Ein Interview mit Lena über ihre Selbstständigkeit und ihr Schwangersc – Wild Daisy Concept Store

FREE SHIPPING AB 50€ BESTELLWERT INNERHALB DEUTSCHLANDS!

Ein Interview mit Lena über ihre Selbstständigkeit und ihr Schwangerschaftsglück

OFFEN. EHRLICH. PERSÖNLICH. #1

Marlena Weser ist 28 Jahre alt, einer der beiden Geschäftsführerinnen von WILD DAISY Concept Store & Online Shop, WILD DAISY Kids, Between Girlpower & Happy Hour und WILD DAISY Wedding und derzeit zum ersten Mal schwanger. 

Gerade hat sie gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Denise die Marke WILD DAISY Kids gegründet und somit allen Boho-Mamis einen riesigen Traum erfüllt, nicht zuletzt sich selbst. 

Wie sie ihr Leben zwischen Selbstständigkeit & Schwangerschaftsglück meistert, verrät sie im ersten Interview unserer neuen Reihe 'Offen. Ehrlich. Persönlich.'

Boho Kinderzimmer, Selbstständige Mutter, Tipps & Tricks

Seit wann bist du selbstständig?

Ich habe mich vor vier Jahren selbstständig gemacht. Am Anfang noch parallel zu meinem alten Job, dort musste ich aber relativ schnell feststellen, dass es zeitlich wirklich schwierig wurde und habe nach einem halben Jahr dann den Schritt in die Selbstständigkeit komplett gewagt.

Wie weit bist du in deiner Schwangerschaft?

Ich bin jetzt im achten Monat angekommen :)

Wie ist deine Schwangerschaft bisher verlaufen? 

Die ersten Wochen waren der Horror, ich hatte mit extremer Übelkeit zu kämpfen und war einfach unglaublich müde - ab 16:00 Uhr hätte ich durchschlafen können. Mit dem Ende des dritten Monats war es plötzlich von heute auf morgen so, als wäre nie etwas gewesen. Und seitdem geht es mir wirklich hervorragend. Natürlich hat man hier und da mal seine Wehwehchen und der Bauch ist zunehmend im Weg, aber grundsätzlich kann ich mich schon wirklich glücklich schätzen und genieße es jeden Tag.

Was hast du in Bezug auf die Arbeit gedacht, als du erfahren hast, dass du schwanger bist? Hast du überhaupt an die Arbeit gedacht?

Die Schwangerschaft hat mich / uns, etwas überrascht. Deshalb galt mein erster Gedanke erst einmal dieser ganz neuen und unverhofften, aber überwältigend glücklichen Situation! Aber klar, der zweite Gedanke galt natürlich der Arbeit und den Mädels. Ich hab mir überhaupt keine Sorgen gemacht, dass es ein Problem darstellen könnte oder, dass meine Arbeit nicht gut aufgefangen werden könnte. Genauso wusste ich auch, dass sich alle unglaublich für uns freuen würden! Aber natürlich ist es zunächst eine Herausforderung, rein organisatorisch. Ich bin die Erste in unserem Team, die schwanger ist und deshalb stehen uns aufregende Zeiten in der Organisation etc. bevor.

Selbstständigkeit, selbstständige Mutter, Interview, Schwangerschaft

Haben dich die Schwangerschaftssymptome bei der Arbeit eingeschränkt?

Der Anfang meiner Schwangerschaft fiel tatsächlich direkt in die Corona Zeit, wo wir von Zuhause aus gearbeitet haben. Deshalb war diese extreme Übelkeit und Müdigkeit am Anfang eigentlich ganz gut zu verstecken, beziehungsweise ich konnte entspannter mit den Symptomen umgehen und so in die Schwangerschaft starten. Es ist natürlich total merkwürdig, plötzlich nicht mehr so anpacken zu können. Wir sind immer noch sehr "hands-on" und jeder von uns packt mal richtig mit an und da habe wirklich lange für gebraucht, zu akzeptieren, dass das alles nicht mehr so easy und schnell geht und vor allem mühelos funktioniert wie vorher. Das war schon wirklich eine Umgewöhnung! Aber zum Glück habe ich ein Team, welches mich jeden Tag daran erinnert halblang zu machen! ;)

 

Fiel es dir schwer kürzer zu treten und nicht mehr so viel machen zu können? 

Absolut! Ich kann wirklich nur sehr schwer zurücktreten und hasse es, wenn ich das Gefühl habe „nicht nützlich“ zu sein oder das Team im Stich zu lassen. Ich glaube das ist die Berufskrankheit jeder Selbstständigen, ha ha! Aber das Gute (oder auch schlechte) an der Schwangerschaft ist, dass der Körper einem ganz schnell signalisiert, wenn man sich überanstrengt und einem dadurch natürliche Grenzen gesetzt werden. Ich bin allerdings in der glücklichen Situation ein tolles Team und vor allem eine Geschäftspartnerin an meiner Seite zu haben, die all' diese Dinge für mich auffangen können. Deshalb habe ich, wenn auch langsam, nun einen guten Weg gefunden, wie sich die Arbeit und meine Schwangerschaft miteinander verbinden lassen.

Hast du dich über den staatlichen Schutz für selbstständige Mütter erkundigt? Wenn ja, wie und wo hast du dich erkundigt? Welchen staatlichen Schutz gibt es für selbstständige Mütter? 

Das stand ganz oben auf meiner To-do Liste! Natürlich hatte ich mich schon einmal grob mit dem Thema auseinandergesetzt, aber dadurch, dass die Schwangerschaft eher überraschend war, hatte ich im Vorfeld noch nicht alles konkret herausgesucht. Das Meiste habe ich tatsächlich einfach gegoogelt.  Zudem habe ich tolle Podcasts gehört, die sich in einigen Folgen direkt mit dem Thema Selbstständigkeit und Schwangerschaft auseinandersetzen. 

Leider ist es in Deutschland so, dass es gar keinen Schutz der Mütter in der Selbstständigkeit gibt, obwohl wir eigentlich - was das Thema Mutterschutz und Elternzeit angeht - im Vergleich zu anderen Ländern in Deutschland schon viele Vorteile haben. Meine Geschäftspartnerin Denise und ich haben dieses Thema bereits bei der Gründung unserer GmbH fest in die Verträge verankert, da es gerade in einem Frauen-geführten-Unternehmen wie unseres, ein sehr relevantes Thema ist.  Wir haben uns darauf geeinigt die staatlichen Mutterschutzgesetze, die bei einem Angestelltenverhältnis gelten, ebenso für unsere eigenen Anstellungsverträge einzusetzen. Das bedeutet, dass ich den Anspruch habe sechs Wochen vor dem Geburtstermin in den Mutterschutz zu gehen. Mal sehen, ob mir das gelingt, oder ich am Ende doch noch länger arbeiten möchte ;)

Fühlst du dich gut unterstützt oder würdest du dir mehr Unterstützung wünschen? Sollte es mehr Möglichkeiten staatlicher Seite geben? 

Absolut! Ich finde Vieles ist sehr schwammig und vage formuliert, man findet kaum übersichtliche Informationen und von den zahlreichen Anträgen will ich erst gar nicht anfangen. Es ist wirklich schade, dass es manchmal in Deutschland den Selbstständigen unnötig schwer gemacht wird. Wir sind nicht gerade ein unternehmergetriebenes Land, insbesondere wenn es um weibliche Unternehmerin geht. Aber was nicht ist kann ja noch werden!

Wie lang ist der Mutterschutz vor der Geburt? Glaubst du, die Arbeit könnte dir bis zur Entbindung fehlen?

Normalerweise ist es bei Selbstständigen so, dass es gar keinen Anspruch auf Mutterschutz gibt, wie oben beschrieben. Heißt: du bist selbst dafür verantwortlich und müsstest/darfst bis zum Tag deiner Entbindung noch voll arbeiten. Dass das rein körperlich teilweise unmöglich ist und jede Schwangerschaft ja auch komplett verschieden ist, tut dem leider nicht zur Sache. Deshalb haben wir es für uns intern anders geregelt und somit habe ich die Möglichkeit - und da bin ich auch wirklich dankbar für - sechs Wochen vor der Geburt in Mutterschutz zu gehen. Ich habe allerdings schon gesagt, dass ich mir es gerne offen halten würde so lange zu arbeiten, wie ich kann. Also auch noch über diese Sechswochenfrist hinaus, falls es möglich ist. Natürlich weiß ich nicht wie es mir bis dahin geht und vielleicht tritt ja sogar die Situation ein, dass ich einfach nur froh bin die Füße den Tag über hochlegen zu dürfen, haha! Ich kann mir jedoch vorstellen, dass es nicht nur mir, sondern jedem in der Selbstständigkeit, am Ende doch schwer fallen wird, das Unternehmen zu verlassen und von heute auf morgen raus zu sein. Immerhin ist das ja auch irgendwie das eigene Baby :)

Hast du dir schon überlegt, wann du nach der Geburt wieder einsteigen möchtest? Oder lässt du das auf dich zukommen? 

Ich habe mit meiner Geschäftspartnerin vereinbart, dass ich gerne sechs Monate der Elternzeit nutzen möchte. In dieser Zeit möchte ich - sofern es mir selbst möglich ist - mich voll und ganz auf das kleine Würmchen konzentrieren. Natürlich weiß ich nicht, wie mein Sohn sein wird, welchen Charakter er haben wird und wie viel Energie und Zeit er gerade am Anfang verlangt, deshalb möchte ich genügen Zeit einplanen. Das Schöne an der Selbstständigkeit ist allerdings, dass ich auch nach den sechs Monaten flexibel schauen kann, wie mir der Einstieg möglich ist und welche Aufgaben sich auch mit dem Familienleben kombinieren lassen.

Den kleinen Knirps mit den zarten sechs Monaten schon in eine Kita zu geben finde ich persönlich sehr früh, aber es gibt aber zum Glück diverse Möglichkeiten und Modelle, von Tagesmutter, über Teilzeit bis hin zu Home-Office, wie ich hoffentlich flexibel nach dieser Zeit wieder einsteigen kann und mir einen neuen Arbeitsalltag mit dem Kleinen an meiner Seite schaffen kann. Dennoch kümmern wir uns natürlich auch jetzt schon um einen Kitaplatz, damit wir einen Platz habe, sobald der Kleine dann soweit ist. Drück uns die Daumen, dass wir rechtzeitig einen guten Platz bekommen. 

Lässt du es allgemein eher alles auf dich zukommen, wie es nach der Geburt weitergeht oder fühlst du dich wohler, wenn alles geplant ist?

Natürlich schmiedet man einen groben Plan, aber ich bin der festen Überzeugung, dass ein Kind dein ganzes Leben einmal komplett über den Haufen wirft - dem sind die Pläne nämlich total egal, haha! Ich bin generell eher der Typ: "ich lass' es auf mich zukommen und mache dann das Beste aus jeder Situation". Ich bin unglaublich gespannt auf die aufregende und tolle Zeit, die uns bevorsteht und freue mich sehr darauf Mutter zu werden. Schon immer wollte ich eine eigene Familie zu gründen und ich bin so dankbar, dies nun erleben zu dürfen! 

Hast du dich mit anderen selbstständigen Müttern ausgetauscht? Gibt es da eine Mami-Community?

Tatsächlich sind sehr wenig selbstständige Mütter in meinem Bekannten- und Freundeskreis, daher leider nicht! Wenn jemand noch einen Tipp für eine Community hat, immer gerne her damit! ;)

Worauf freust du dich am Meisten und wovor hast du Angst?

Ich freue mich am Meisten darauf, unser Kind kennen zu lernen. Zu erleben, wie dieser kleine Mensch unser ganzes Leben bereichern und auf den Kopf stellen wird. Ich bin ein totaler Familienmensch und kann mir wirklich nichts Schöneres vorstellen. Ich freue mich unglaublich darauf, gemeinsam mit meinem Mann und unserem Hund einen neuen Alltag zu haben und auf alles, was die Zukunft für uns bereit hält.

Ich glaube alles ist am Ende mentale Einstellung, es geht darum, wie du mit der neuen Situation umgehst und wie offen du auf jede neue Herausforderung zu gehst. Es gibt für alles eine Lösung und das Allerschönste an meinem Beruf ist ja, dass ich jede Flexibilität habe und mir meinen Alltag und mein Leben weitestgehend selbst gestalten kann. Deshalb ist dort auch wenig Platz für negative Gedanken, Vibes oder Ängste :) Alles wird gut, davon bin ich ganz fest überzeugt! 

Boho Kinderzimmer Deko, Rassel, Baby, Newborn, Spielzeug online bestellen

Was würdest du anderen selbstständigen Müttern mit auf den Weg geben?

Ich denke Vorbereitung und Organisation sind da der Schlüssel. Wie bereits erwähnt, könnte meiner Meinung nach die Unterstützung vom Staat um einiges besser sein. Aber bis dahin, können wir Frauen uns durch Organisation, Rücklagen und persönliche Hilfe durch Familie und Freunde selber helfen, damit der Druck nicht zu groß wird. Gott sei Dank haben wir einige Monate Zeit, um uns auf die neue Situation einzustellen und einen Plan zu entwickeln, wie es nach der Geburt weitergeht, damit wir die Zeit mit unserem Nachwuchs in vollen Zügen genießen können.